Im Jahr 2006 gründete sich das zunächst namenlose Projekt
»TheaterUmriss«. Die beiden Studenten Sebastian Bolitz und Roman Schmitz,
zwei Theaterverrückte, begaben sich auf die Suche nach Gleichgesinnten, um ein neues
Theaterprojekt in Trier ins Leben zu rufen und so dem Charakter der Stadt eine weiter
feine kulturelle Nuance zu geben. Als Kooperationspartner und Spielstätte konnte
schnell das Exzellenzhaus Trier gewonnen werden, so dass nach anfänglichen Proben in
den Räumlichkeiten der Universität zum Jahreswechsel 2006/2007 auch ein Wechsel
in den Balkensaal des Kulturzentrums unternommen werden konnte.
Schnell fand sich eine spielbegeisterte und improvisationsstarke Gruppe aus zehn Laien
zusammen. Die Theaterarbeit der beiden Regisseure stützt sich bewusst auf die
spielerischen Mittel der Improvisation. In der ersten Zeit der gemeinsamen Arbeit mit den
Studenten verschiedenster Fachrichtungen, konnte sich das Gruppengefüge entfalten.
Besonders durch spontane Präsentationen in den umliegenden Städten. Das
Pflaster von Fußgängerzonen, die Räumlichkeiten von Kaufhäusern oder
Bahnen wurden für die experimentierfreudige Truppe zu einer festen Bühne, so
dass bevor überhaupt mit der intensiven Erarbeitung eines Stückes angefangen
wurde, allen »Umrissenen« eine gewisse Bühnenerfahrung gegeben werden
konnte.
Ab Februar 07 begann, nach einer langen Zeit der Stückauswahl, die gemeinsame
Arbeit an dem postdramatischen Stück, »Schieß doch Kaufhaus« von
Martin Heckmanns. In ständigem Dialog, während und auch außerhalb der
üblichen Probezeiten, entstand aus der Niederschrift des Autors ein stimmungshaftes
und bewegendes Stück. Besonders viel Wert wurde auf die Integrierung der
persönlichen und individuellen Erfahrung eines jeden einzelnen Akteurs gelegt. Im
Zentrum der damaligen Arbeit stand im Besonderen die Standortbestimmung eines jeden
Einzelnen, in der zum Teil unübersichtlichen Gemengelage, der immer weiter
voranschreitenden Globalisierung. Darüber hinaus knüpften in dem gesamten
Probenprozess, der von Anfang November 06 bis zur Premiere Anfang Juli 07 mehr als acht
Monate umfasste, die Beteiligten Freundschaften und so wurde und wird über das
Projekt hinaus das Credo der gesamten Arbeit weiter Bestand haben.
»Kreativität kann nur ausgelebt werden, wenn Vertrauen besteht.« Die
gesamte Arbeit, von der Gestaltung des Bühnenbildes, dem Entwurf der Kostüme,
dem Schminken der Schauspieler oder auch dem Herrichten der Spielfläche erbrachte
das Ensemble in vollständiger finanzieller und organisatorischer Eigenleistung.
Nach der überaus erfolgreichen Premiere im Sommer des letzten Jahres (4.Juli)
spielte das Ensemble insgesamt fünf Vorstellungen, die allesamt ausverkauft waren.
Mehr als 250 Zuschauer sahen das Stück im Balkensaal des Exzellenzhauses.
Mit hoher Professionalität und großem Engagement hat
sich der TheaterUmriss auf der Bühne der freien Theatergruppen sogar über Trier
und die Region hinaus schon jetzt einen Namen gemacht. Bereits zwei Monate vor der
Premiere, hatte die Gruppe mit einer Werkschau am Theaterfestival »Unruhr 07«
im Ruhrgebiet teilgenommen.